Das teutonische Handtuch – Ritual

 

Der Wetterbericht sagte für heute wunderbares Wetter voraus. Es waren also optimale Bedingungen für ein teutonisches Handtuch-Ritual. Ich stellte meinen Wecker auf 05.30 Uhr. Der Piepston klang noch in meinen Ohren nach, als ich schon nach einem Handtuch griff und zügigen Schrittes zur Terrasse lief. Da lag sie. Die Sonnenliege, noch jungfräulich im zarten Glanz der frühen Sonne. Ich faltete nach den alten Regeln des Rituals mein Handtuch und legte es behutsam quer auf die Liege.

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Für Neulinge: Das teutonische Ritual ist ein liebevolles Geschenk an die Mitmenschen. Die Nachfahren der Germanen üben dieses Ritual in Malle und anderen heiligen Orten aus. Sie spüren frühmorgens, mit welcher Liege sie in Resonanz gehen wollen und bringen diesem Kraftort mit dem hingebungsvollen Falten des Handtuches ein Opfer dar, indem sie die Liege damit andächtig schmücken. Die ihnen nachfolgenden Sonnenanbeter brauchen nun weit weniger Zeit, sich bei den verbleibenden Kraftorten mit ihrer Resonanz zu verbinden.

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Nun wollte ich ja nicht schon um halb sechs das Sonnenritual beginnen und ging mit erfülltem Herzen und voller Energie zurück ins Schlafzimmer. Da traf mich allerdings fast der Schlag. Ein Fremder lag in meinem Bett und schlief den Schlaf des Gerechten. Ich Schussel hatte vergessen, mein Bett mit einem Handtuch zu belegen.

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(by Bertrand Cézoé, www.cezoe.com)

  

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One Response to Geschichten, die man nicht erfinden kann.

  1. Sylvia sagt:

    laut lach :-) ))))

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